St. Louis


Das Tor zum Westen


 

Ein paar Tage nach dem Shorttrip nach Kanada, haben wir uns auf den Weg nach St. Louis in Missouri gemacht. Wieder 12 Stunden Fahrt, laut Navi zumindest. Wir brauchten ca. 14 Stunden wegen Pausen. Auf dem Hinweg sind wir durch West Virginia, Ohio, Indiana und Illinois gefahren. West Virginia ist sehr bergig und bewaldet. Die anderen drei Staaten waren sehr ähnlich. Die Autobahnen, die in eine größere Stadt führen, sind immer so gebaut und höher gelegen, dass man eine tolle Sicht auf die Skyline der Stadt erhält. Ich finde das immer total aufregend. So war es in Columbus, Ohio und in Indianapolis, Indiana. Wir kamen abends kurz vor St. Louis in unserem Hotel an und aßen in einem typisch amerikanischen BBQ-Restaurant Rippchen. Mhm – super lecker!  


Monk's Mound - Erdpyramide


Am nächsten Morgen fuhren wir zuerst zu einer Erdpyramide, die von den Cahokia’s, einem Indianerstamm erbaut wurde. Dafür ist St. Louis auch bekannt. Die Monk‘s Mound ist die größte Erdpyramide nördlich von Mexiko. Wir liefen die gefühlten tausend Treppenstufen bis ganz nach oben hoch. Zum Glück hatte sich die Anstrengung gelohnt! Von hier oben hatten wir eine wunderbare Aussicht auf die Skyline von St. Louis. Ich fand die Pyramiden schon beeindruckend aber natürlich kommen auch solche Andenken in die Jahre und sehen nicht mehr so brachial aus wie zu der Zeit vor ca. 1300 Jahren, als hier Menschen lebten. Neben diesen Pyramiden, gab es ein kostenloses Museum und es wir hätten sogar an einer kostenlosen Führung teilnehmen können. Man kann aber auch ohne Führung durch das Museum laufen und sich die alten Artefakte ansehen. Es ist schon interessant wie die Menschen vor unserer Zeit und vor allem vor der digitalen Welt gelebt haben. Wir haben uns ein Andenken mitgenommen und eine Spende dagelassen und damit waren wir zufrieden.  


Courthouse


Anschließend suchten uns einen Parkplatz ganz in der Nähe von der Hauptattraktion in St. Louis, dem Gateway Arch. Diese Sehenswürdigkeit ist auch wirklich sehenswert! Man nennt diesen riesigen Bogen auch das Tor des Westens. Hier ist also die inoffizielle Grenze zwischen Ost- und Weststaaten. Steht man auf dem Kiener Plaza und schaut Richtung Bogen, erhält man ein herrliches Fotomotiv. Mit dem Gateway Arch im Hintergrund, dem Courthouse in der Mitte und einem Springbrunnen im Vordergrund. Wir kauften uns Eintrittskarten und machten uns auf den Weg unter das Gateway Arch. Durch die Taschenkontrolle – wie am Flughafen, und einen Tunnel gelangten wir zu der Menschenmasse, die das Gleiche vorhatte wie wir. 


Gateway Arch


 

Bis wir die Fahrstühle zu Gesicht bekamen, dauerte es ein Weilchen. Endlich waren wir an der Reihe. Wir quetschten uns zu Fünf in eine der acht klitzekleinen Gondeln und fuhren die 192m in dem dünnen Stahlgerüst nach oben. Die Fahrt dauerte ca. 2 Minuten und die Fahrstuhltür war aus Glas, so konnte man immer genau sehen wie viel Platz zwischen Fahrstuhl und Stahlgerüst war. Die Acht Fahrstühle waren übrigens nicht nebeneinander angeordnet, sondern übereinander. Das bedeutet unter und über uns fuhren auch gerade fünf Personen in einer solchen Gondel – direkt über unseren Köpfen. Der Nervenkitzel stieg. Heile oben angekommen, öffnete sich die Fahrstuhltür und man sah eine Art Gang, der ca. 20m lang war und schätzungsweise 4m breit. Rechts und links waren kleine Fenster. Aus 192m Höhe hatte man eine ganz weite Aussicht über die Stadt und den Mississippi. Es war ganz schön wackelig hier oben – der ganze Raum hat sich bewegt. Es war wohl ganz schön windig. Nach kurzer Zeit und ausreichend Fotos beschlossen wir mit der nächsten Gondel wieder herunterzufahren. 



Mississippi - Dampfer


 

 

Zur Entspannung machten wir dann eine Mississippi-Bootsfahrt auf einem richtigen Mississippi-Dampfer, der Tom Sawyer hieß. Ihr kennt doch sicher die Abenteuer von Tom Sawyer! Das war eine schöne gemütliche Fahrt und der Captain ließ sogar das Horn mal hören – er hupte. Und wenn so ein Dampfer hupt, dann ist das sehr sehr laut. Der Captain warnte vorher man solle seine Finger in die Ohren stecken und auch den Kindern die Ohren zu halten.


Achtung! Ohren zu halten!


 

 

 

Der Dampfer tuckerte den Mississippi-River rauf und wieder runter und der Captain erzählte etwas von der Geschichte der Stadt St. Louis. Sehr interessant. Wir fuhren an alten Industriegebäuden vorbei, unter eine Brücke durch und auf dem Rückweg holte er extra weit aus, sodass wir nochmal einen wunderschönen Blick auf die Stadt und auf den Bogen hatten. So sind tolle Bilder entstanden! 


Erste Nacht in einem Motel!


Danach machten wir uns auf den Heimweg. Wir kamen bis Höhe Louisville in Kentucky. Wir übernachteten diesmal und zum ersten Mal in einem Motel – wie aufregend! Es war aber sehr gepflegt und sehr sauber – sauberer als so manches Hotel! Als wir buchten, wussten wir auch gar nicht, dass es ein Motel sein wird! Erst als wir ankamen und das Motel sahen, war uns klar ‚Jap das ist ein Motel‘ – ein großes Haus mit Türen und Fenster auf zwei Etagen und davor Parkplätze, genau wie im Fernsehen! Frühstück war am nächsten Tag auch noch inklusive und die Besitzerin kam an den Frühstückstisch und fragte ob bei unserem Aufenthalt alles in Ordnung war. Wirklich eine ganz liebe Frau, die sich viel Mühe gibt! Von hier war es nicht mehr weit bis nach Hause. Zum Mittagessen waren wir aber noch nicht zu Hause und weil wir keine Eile hatten, fuhren wir von der Autobahn runter und fuhren in die nächste Stadt und aßen in einem typisch amerikanischen Diner superleckere Burger. Das kann ich immer nur empfehlen – runter von der Autobahn, in die nächste Kleinstadt und ein kleines Lokal suchen! Hier gibt es immer das beste Essen und es sind keine anderen Touristen weit und breit.