Florida


Der Sonnenstaat!


Schon im Februar 2018 bereiteten wir uns auf unseren ‚großen Roadtrip‘ vor. Wir kauften die gesamte Campingausrüstung. Mit Zelten und Schlafsäcken, Grills und Campinggeschirr und und und. Dann überlegten wir uns: Wir müssen die ganzen Sachen doch wenigstens einmal testen und schauen ob wir dann auch alles dabei haben was wir brauchen. Und so entschlossen wir, mit einem befreundeten Pärchen nach Jacksonville in Florida zu fahren.


Proviant für die Fahrt - sehr wichtig!


Nur für ein verlängertes Wochenende! Freitagmittag nach Feierabend ging es los. Das Auto wurde gepackt und zack ab auf die Autobahn. Zuvor haben wir uns natürlich Sandwiches für die Fahrt gemacht – sollte ja ein ‚Low Budget‘ Kurzurlaub werden! Wir dachten uns, ‚die zehn Stunden Fahrt werden wir bestimmt an dem Freitag noch schaffen. Nein, dem war nicht so! 

 

Irgendwo in Georgia bekamen wir Hunger und entschlossen uns dazu ein Hotelzimmer zu suchen. Tja Pustekuchen! So leicht war es dann doch nicht. In der Kleinstadt in der wir gelandet sind, gab es so kurzfristig nichts mehr. Kein Hotelzimmer, kein Motelzimmer und auch keinen Campingplatz. Wir buchten also übers Internet ein Motelzimmer, dass noch eine Stunde entfernt lag. Das einzig Positive daran war, dass wir diese eine Stunde dann am nächsten Morgen nicht mehr fahren mussten. 


Achtet auf die Bewertungen der Motelzimmer!


Wir fielen alle sehr müde und erschöpft von der langen Fahrt ins Bett. Wir löschten das Licht und lagen im Bett. Plötzlich hatte ich das Gefühl, dass mir irgendetwas über mein Gesicht gelaufen war. IIIHHH!! Ich schlag um mich und mein Mann machte das Licht sofort wieder an. Aber auch nachdem ich die Bettdecke mit Laken und allem drum und dran vom Bett nahm, konnte ich kein Krabbeltier entdecken. Mit dem Gedanken ‚das hast du dir wohl nur eingebildet, das war nicht echt‘ schlief ich irgendwann ein. Am nächsten Morgen, wir duschten nicht, da die Dusche nicht sehr sauber war, packten wir unsere Sachen wieder zusammen und auf einmal sah ich wie eine Spinne auf das Bett sprang! Ahhh IIhh also hab ich es mir doch nicht eingebildet gehabt!!! Das war vielleicht ein ekelhaftes Gefühl!!


Frühzeitig nach Campingplätzen suchen und schnell buchen!


Naja Auto gepackt und weiter geht’s. Noch am Vorabend hatten wir nach Campingplätzen in der Nähe des Strandes geschaut aber nur einen gefunden für die Nacht von Sonntag auf Montag. Heute war ja erst Samstag. Egal wir steuerten den Platz an auf dem wir die Nacht für Sonntag schon gebucht hatten und kamen an in Florida. Palmen, Sonne und Meer! Wir bogen in die Straße zum Campingplatz ab und standen auf einmal mitten im Dschungel. Wow, solche Palmen und Bäume mit Lianen habe ich noch nie zuvor gesehen. Das war der Wahnsinn! Es sah so toll aus! Der Platz hieß ‚Kathryn Abbey Hanna Park‘. Wir gingen an die Rezeption, klimperten mit den Augen und fragten ganz höflich ob für heute Nacht nicht auch noch ein kleiner Zeltplatz frei wäre. Wir hatten Glück und bekamen den letzten Platz für diesen Tag. Wir jubelten und freuten uns total, sodass sich die Parkranger an der Rezeption schon fast fremdschämten. 


Camping im Dschungel!


Es ist ganz anders in den USA zu zelten als in Deutschland! Jeder Campingplatz hat einen Wasserhahn/-anschluss, Strom, eine Feuerstelle und einen Tisch mit zwei Bänken – diesen Service bieten fast alle Campingplätze in den USA! Achja ganz wichtig noch WIFI darf natürlich auch nicht fehlen! Als man so über in dem Park zu unserem Platz fuhr, sahen wir natürlich die anderen Camper mit ihren Busgroßen Wohnmobilen. Das könnt ihr euch nicht vorstellen einige davon konnte man noch zusätzlich ausfahren um ihn noch zu verbreitern! Die müssen da ein ganzes Wohnzimmer drin haben und das eigene Auto fährt natürlich auch mit in den Urlaub – einfach an die Anhängekupplung und los geht’s. Das ist schon Wahnsinn was die Amerikaner unter Camping verstehen! 


Fahrtzeit insgesamt 10 Stunden!


Wir hatten unsere eigene Nische, durch Palmenbäumen wurden die Plätze getrennt. Wir breiteten uns auf unserem hart verhandelten Campingplatz aus – warfen die Wurfzelte in die Luft und ‚pop‘, Zelt fertig aufgebaut! Wir legten die Isomatten, eine Decke und die Schlafsäcke hinein. Innerhalb von ungefähr 10 Minuten war der Schlafplatz fertig und gemütlich! Unser Platz grenzte leider direkt an der Ecke an der die zwei ‚Hauptstraßen‘ des Parks entlang liefen. Dadurch war immer etwas Trubel bei uns. Entweder ein Auto oder Wohnmobil fuhr eine der Straßen entlang oder jemand spazierte zu Fuß an unseren Platz vorbei. Stühle und Grill waren inzwischen auch startklar. 


Strand und Dschungel und Camping? Ja, in Florida ist das möglich!


Auf dem Weg zum Einkaufen entdeckten wir den Strand. Ca. 2 Autominuten von unserem Campingplatz, der ja gefühlt mitten im Dschungel lag, war das Meer! Unglaublich, damit hatten wir nicht gerechnet! Als wir so unsere Füße in den warmen Sand des Strandes steckten und unter strahlend blauem Himmel und Sonnenschein pur, spazieren gingen, fühlte es sich an wie Urlaub – nicht wie Camping nein, wie Urlaub! Das Wasser war noch zu kalt um darin zu Baden – es war ja auch erst Februar, aber das Feeling war wunderbar! Direkt war man erholt und ausgeruht. Irgendwann war dann aber das Hungergefühl stärker und wir fuhren nochmal aus dem Park um etwas zu Essen zu kaufen – Fleisch, Bier und Salat. Wir hatten ja alles dabei um ein Festmahl zuzubereiten. Wir schlemmten, unterhielten uns und der Nachmittag war einfach nur schön! 

Der kleine Campingplatzshop verkaufte Feuerholz und unser Zeltplatz hatte eine Feuerstelle – also perfekt für ein Lagerfeuer! Um das Feuer herum saßen wir da und ließen die Marshmallows brutzeln. Was für ein gemütlicher Abend!



Urlaubsfeeling pur!


 

 

 

Irgendwann bezogen wir dann unsere Schlafgemächer. Fast eingeschlafen, hörten wir wie sich Menschen unterhalten. Wir öffneten die Zelte und sahen ein paar Eltern und ganz viele Kinder mit einer großen Laterne in der Hand. So eine Laterne, die man von Hochzeiten kennt, wo dann der Himmel so schön und romantisch aussieht wenn man sie steigen lässt. In Deutschland sind diese fliegenden Papierhüllen mit Feuer in der Mitte inzwischen glaub ich verboten oder werden nur unter strenger Aufsicht und an Orten mit sehr viel Platz steigen gelassen! Hier aber waren wir ja im Dschungel – bedeutet, überall stehen Bäume und Palmen. Sie versuchten also hier, direkt vor unserem Zelt diese Laterne zum Fliegen zu bringen. Hat natürlich nicht geklappt, da zu wenig Platz! Das fliegende Objekt verfing sich in den Palmenblättern und kam nach ca. 10 aufregenden Minuten wieder langsam runter. Zum Glück ist nichts passiert und wir konnten endlich schlafen. 


Nach einer gar nicht so unbequemen Nacht, duschten und frühstückten wir und dann mussten wir unseren Schlafplatz verlegen. Für die Nacht von Sonntag auf Montag hatten wir ja einen anderen Platz gebucht, in dem gleichen Park aber nicht an der gleichen Stelle. Der neue Zeltplatz war eigentlich ein RV Platz - also für Wohnwagen, deshalb war er dezent größer als der alte. Hier hatten wir unsere Ruhe, in einer Sackgasse und ganz am Ende/Anfang des Parks! Ich glaube wir waren innerhalb von einer halben Stunde von dem einen Platz auf den anderen ‚umgezogen‘. 

 


Achtung Futterdiebe!


Alles wieder aufgebaut, entschieden wir wieder zum Strand zu gehen und die Sonne zu genießen! Es war ein wunderschöner Tag einfach ein bisschen Faulenzen, Sonnen und dem Rauschen des Meeres zuhören. Entspannung pur! Nur der Hunger trieb uns wieder zurück zum Platz. Beim durchsehen unserer Vorräte, bemerkten wir, dass das Toastbrot vom Vortag, das auf dem Cooler lag, nass und angeknabbert war und die Yoguretten-riegel waren auch weg. Zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht mit Sicherheit mit was für einer Sorte Tier wir es zu tun hatten, vermuteten aber einen Waschbären. Die Kühlbox hat er aber nicht aufbekommen! Trotzdem mussten wir noch einmal los um neues Toast und neues Fleisch zu kaufen. Wir waren uns am Vortag nicht sicher ob das Fleisch einen Tag im Cooler aushalten würde, da die Außentemperaturen doch sehr hoch waren.  



Lagerfeuer!


Wieder zurück vom Einkaufen genossen wir unser BBQ und ließen den Abend wieder mit Lagerfeuer ausklingen. Langsam ging die Sonne unter und der Nebel zog auf. Das sah so mystisch aus wie der Nebel zwischen den Palmen hing.

 

Wir hatten leise Musik an und plötzlich raschelte es im Busch neben uns. Alle erschreckten sich und wir machten die Musik aus, als der Übeltäter aus dem Busch hervor trat und langsam immer näher kam. Erst als wir aufstanden, schreckte der Waschbär zurück und verschwand im Wald. Jetzt erst begriffen wir das er es war, der unser Toast und unsere Yoguretten-riegel gegessen hatte –der Schlawiner! Scheinbar wollte er sich noch Nachschub holen. Aber nein, diesmal nicht! Alle erholten sich von dem Schock und wir wurden müde und gingen schlafen.


Obwohl es nur ein verlängertes Wochenende war tat es richtig gut und war sehr erholsam auch trotz der langen Fahrt. Der Ausflug aus dem Alltag hat sich sehr gelohnt! Strand und Meer sind so gut für die Seele! 



 Irgendwann mitten in der Nacht weckte mich mein Mann und sagte er hätte was gehört. Da ich jetzt wach war, war meine Blase der Meinung, ich müsse sie jetzt entleeren. Na toll, ausgerechnet jetzt wo der Waschbär hier rum läuft, muss ich zum Toilettenhäuschen rennen? Wir leuchteten unseren Platz ab und es war nichts zusehen also ging ich los und kam auch heile ohne Angriff vom tollwütigen Waschbär wieder zurück ins Zelt und schlief weiter. Am nächsten Morgen entdeckten wir auf der Kühlbox Fußtapsen die darauf hindeuteten, dass der Waschbär tatsächlich nochmal versucht hat die Box zu öffnen um den Inhalt zu stehlen! Er hat es aber wieder nicht geschafft! Aber viele IQ-Punkte hätten ihm nicht gefehlt zum Öffnen der Truhe. Er hat sich den Fußspuren nach zu urteilen auf die Box gestellt und wollte den Deckel nach oben hin öffnen. Sein eigenes Körpergewicht konnte er aber nicht anheben! Irgendwann muss er dann aufgegeben haben. 

 


Wir packten unsere Sachen und machten uns auf den Heimweg. Spät an diesem Montagabend erreichten wir unser Zuhause nach ca. 12 Stunden Fahrt.