Roadtrip across the USA

Der Trip unseres Lebens!


Tag 15


Jetzt stellte sich heraus, dass 8 Badezimmer zu wenig für die Camper waren und wir mussten bis zu einer halben Stunde warten bis ein Badezimmer frei war. Irgendwann waren wir dann aber auch mal dran und konnten auch unsere Campingausrüstung wieder ins Auto laden. Unser eigentliches Ziel lag nun 7 Autostunden vor uns.


Waffle House - Frühstück


Gerade haben wir die Grenze nach Arkansas überquert, da fanden wir ein ‚Waffle House‘ zum Frühstücken. Kann ich auch empfehlen, sehr lecker! Und man kann dabei zusehen wie das Frühstück vorbereitet wird. Unsere Bedienung fand uns so interessant, weil sich wohl nicht so oft ein Tourist in diese Gegend verfährt, dass er die ganze Zeit mit uns über alles Mögliche gesprochen hat. Er hatte zwei Jobs und diesen mochte er nicht besonders, aber da seine Mutter auch hier arbeitete, hatte er keine Wahl. Eigentlich war er Schrauber und bastelte gerne an Autos herum. Er wollte weg aus Arkansas, hier kommt man auf keinen grünen Zweig sagte er. Er würde gerne nach Seattle weil er gehört hat, dass es dort schön sei und er würde dort gerne seine eigene Werkstatt aufmachen. Wir wünschten ihm alles Gute und machten uns auf den Weg.


Spontan sein ist alles!


Auf halber Strecke ungefähr, suchte mein Mann während der Fahrt einen See auf dem wir Boot fahren konnten. Er fand auch einen irgendwo in Arkansas. Wir buchten also für 6 Stunden eine Art Speedboot für $85.00. Extrem billig! Wir gaben die Adresse ins Navi ein und folgten. Angekommen an einem wunderschönen See mit Bootssteg, parkten wir unser Auto und gingen in den Anglershop, in dem wir die Information vermuteten. Richtig geraten, in dem kleinen Shop stand ein älterer Herr, der die Boote vermietete. Er erzählte uns er habe damals in seiner Jugend hier zusammen mit Elvis Presley gearbeitet! Cool, wir haben gerade jemanden kennengelernt, der Elvis Presley kannte! Das schien uns auch glaubwürdig, da es bis nach Memphis, Elvis’s Geburtsort nicht mehr sehr weit war. 


Speedboot fahren irgendwo in Oklahoma!


Er zeigte uns wie man das Boot bediente – wir alle sind noch nie Boot gefahren und haben eben auch keinen Führerschein. Wir holten noch etwas zu trinken aus dem Auto sowie Handtücher und Badekleidung. Alle stiegen ins Speedboot und wir drehten den Schlüssel herum und ‚brumm‘, der Motor läuft. Aber das Boot bewegte sich nicht. Wir bewegten den Hebel nach vorn, so wie der alte Mann es uns gezeigt hatte aber außer das der Motor aufheulte, passierte nichts. Wir rangierten uns aus der Lücke zwischen den Booten raus mit den Händen und Stoßkraft. Jetzt konnten wir zumindest die anderen Boote nicht beschädigen. Wir versuchten es weiter aber das Boot kam einfach nicht voran. Wir vermuteten schon, dass der Motor kaputt sei. Wir beobachteten drei Jugendliche, die sich gerade mit einem Boot auf uns zu bewegten. Es war so unglaublich peinlich aber wir mussten sie einfach fragen was wir falsch machten. Einer der Jungs kam auf unser Boot und probierte und siehe da, es funktionierte! Er zeigte uns, dass wir nicht auf den Knopf neben dem Hebel drücken sollten sondern einfach nur den Hebel nach vorne bewegen sollten um vorwärts zu fahren und den Hebel nach hinten ziehen um rückwärts zu fahren. 


Aber Baden wollten wir nicht, wegen dem Atomkraftwerk!


Ok gesagt, getan! Und ab geht die Post! Weg vom Steg raus auf den großen See. Das Ding ging ab wie Schmitz’s Katze! Das war echt total schnell. Wir dachten vielleicht könnten wir hier draußen auch ins Wasser gehen, aber nachdem wir zwei toten Fischen begegnet sind und das Atomkraftwerk hinter dem See gesehen hatten, haben wir uns das ganz schnell wieder anders überlegt! Der Motor hatte so viel Kraft, dass sich das Bug – also der vordere Teil des Bootes abhob. Ich wurde dann immer ein bisschen nervös, man sieht ja so viele Videos bei denen die Boote dann wirklich abheben. Es machte unglaublich viel Spaß den Hebel auf Vollgas und ab geht’s! Zwischendurch immer etwas Sonnen und dann wieder Vollgas. Jeder durfte mal fahren und nach 2 Stunden waren alle glücklich und zufrieden und der Tank halbleer. Das reichte uns an Adrenalin für diesen Tag. Wir brachten das Boot zurück an den Steg und gaben den Schlüssel bei dem älteren Herrn ab.


Gesamt Fahrzeit an diesem Tag 6 Stunden!


 

Wir saßen wieder im Auto und hatten wieder ein paar Fotos für das Scrapbook. Was für ein toller Tag! Wir hatten jetzt noch ca. 2 Stunden zu fahren bis zum schon gebuchten Campingplatz in Memphis, Tennesse. Die Strecke sind wir durchgefahren und kamen abends gegen 19Uhr an. Zelte geworfen und Luftmatratzen und Schlafsäcke hineingelegt, vielleicht das letzte Mal! Heute hatten wir keine Lust noch selber einkaufen zu gehen oder irgendein Tankstellen essen zu essen. Deshalb haben wir den Service vom Campingplatz in Anspruch genommen, leckere Tiefkühlpizza! Die hat auch gut geschmeckt, der einzige fiese Beigeschmack waren die Mücken, die uns einfach zum Fressen gern hatten. 


Herzlich Willkommen auf dem Campingplatz der Mücken! Memphis, Tennessee!


Wir kauften noch Mückenspray und Anti-Mücken-Kerzen und Anti-Mücken-Öl. Ich sprühte mir das aus dem Shop gekaufte Mückenspray auf Arme und Beine und nach einer Weile hat es total angefangen zu brennen – so als ob man einen Sonnenbrand hat. Hätte ja auch passiert sein können da wir ja den ganzen Tag auf dem Boot waren aber nachdem ich in den Spiegel schaute und keinen Sonnenbrand sah, da hab ich mir das Mückenspray direkt wieder abgewaschen! Der einzige der aber nicht gestochen wurde, war der Freund meines Mannes und der hat das brennen des Mückensprays einfach ausgehalten – Respekt dafür! Alle anderen wurden beim lebendigen Leib gefressen! Auch nachts gaben die Viecher keine Ruhe, sie waren einfach überall! Wir mussten die Zelte rechts und links offen lassen – hatten nur das Fliegengitter als Schutz, also so wie schon mal auf dem Campingplatz in der Wüste, weil es einfach zu heiß und zu schwül war. Das war echt die Nacht des Grauens! Hinter unserem Zelt stand auch noch eine große Gaskartusche, die rummelte und grummelte und machte allgemein sehr komische Geräusche! Das war echt gruselig!