Roadtrip across the USA

Der Trip unseres Lebens!


Tag 3


Der Morgen verlief ganz entspannt, nach dem Aufstehen erstmal duschen, das Zelt einpacken und die Campingausrüstung im Auto verstaut. Gegen 8 Uhr waren wir aufbruchsbereit. Unser 2. Ziel lag jetzt nur noch eine halbe Stunde entfernt. Wir fuhren den Berg immer weiter hoch. Kurz vor dem Ziel standen auf einmal Steinböcke neben der Straße und schauten ganz erschrocken – genau wie wir! Das erste Mal, dass ich Steinböcke in freier Wildbahn gesehen habe! Leider konnte keiner so schnell reagieren um ein Foto zu schießen.  


Mount Rushmore


Nur noch ein Stückchen bis wir ganz oben waren, einmal um die Ecke und da war der Eingang zu Mount Rushmore! Für alle, die nicht gleich wissen was das ist, das sind die 4 Präsidentenköpfe die in einen Felsen gemeißelt wurden. Oder schöner formuliert, zu Ehren dieser 4 Präsidenten, wurde ein Abbild deren Gesichter in einen Felsen geformt. Man sieht die Gesichter von dem 1. US-Präsident George Washington, dem 3. Präsidenten Thomas Jefferson, dem 16. Präsidenten Abraham Lincoln und dem 26. Präsident Theodore Roosevelt. Sehr detailgetreu – jede Falte konnte man erkennen und genau so, wie man die Präsidenten von Postkarten und Geldscheinen kannte sahen die Statuen auch aus. Es ist schon Wahnsinn wenn man überlegt, wie aufwendig und gefährlich die Bauarbeiten gewesen sein mussten. So hoch oben in den Bergen. Damals wahrscheinlich ohne oder mit wenig Sicherung. Aber es ist ihnen wirklich gut gelungen und auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man zufällig gerade in der Nähe ist. Nur für diese Statuen wären wir wahrscheinlich nicht hergefahren. Wir hatten das schönste Wetter – Sonne satt und strahlendblauer Himmel, und wir waren einer der ersten in dem ‚Park‘. Noch bevor die Souvenirläden aufmachten, waren wir schon fertig mit Fotos machen und staunen.


Rocky Mountains


Auf der weiteren Strecke lag noch ‚Devils Tower‘ den wir glaube ich auch aus der Ferne gesehen haben, aber wir hatten andere Ziele und das passte nicht in den Zeitplan. Weiter durch die Berge und die wunderschöne Landschaft, lagen 8 Autostunden vor uns bis zum nächsten Zielpunkt. Also auch genug Zeit zum ‚scrapbooking‘!

 

In der Ferne sah man die gewaltigen ‚Rocky Mountains‘ – eine oder die große Bergkette, die von Montana bis New Mexico reicht. Obwohl es ja Sommer ist und wir uns jetzt schon im Wüstenbereich der USA befanden, lag auf den Bergen noch Schnee. Sie mussten so hoch sein, dass es dort oben bitterkalt sein musste! Einfach einmalig so ein Anblick! 


Achtet auf die Bremsen des Autos wenn ihr durch die Berge fahrt!


 

Durch die Berge und durch das auf und ab, wurden die Bremsen ganz schön warm. Die Autos die vor uns fuhren, konnten auch nicht so recht mit der Motorbremse bremsen. Wir entschieden uns einen kurzen Stopp zu machen um die Bremsen abzukühlen. Die Stelle an der wir hielten, mitten in den Bergen war wunderschön. Wir hatten eine tolle Aussicht auf einen kleinen Bach, der die Berge hinunter lief.


Yellowstone Nationalpark


 Ca. 1 Stunde vor unserer Ankunft verloren wir den Kontakt zum Internet – das hieß auch, dass unser Navi ausfiel! Zum Glück hatten wir zum Abschied bevor wir in die USA gezogen sind, deutsche Reiseführer/Marco Polo geschenkt bekommen, mit Landkarten! Also bevor ihr hineinfahrt, sagt euren Familien und Freunden Bescheid, damit sich niemand sorgt! Wir tankten den Wagen nochmal voll und 10 Minuten später waren wir im ‚Yellowstone Nationalpark‘, im Bundesstaat Wyoming! Dachten wir zumindest, denn das Schild ließ noch eine halbe Stunde auf sich warten aber ausgeschildert war der Park schon viel früher. Die Strecke zu dem Park war schön zu fahren, links ein schöner See, rechts Wald.


Kein Internet, kein Handyempfang! Unbedingt Landkarten kaufen!


 Irgendwann veränderte sich die Landschaft, aus verwildertem Wald wurden kahle Bäume, tote Bäume, die noch standen aber man sah, dass hier einmal etwas Schlimmes passiert sein musste! Wie wir später herausfanden handelte es sich hierbei um die Folgen des großen Waldbrandes aus den 80ern. Es war also schon fast 40 Jahre her und trotzdem konnte man die Folgen noch erkennen! Meilenweit tote stehende Bäume! Manche Weiß, andere Schwarz. Nur der Untergrund war grün und die neue Vegetation kam durch. Dann plötzlich auf der anderen Seite ein riesiger See und Gletscher im Hintergrund. Die Gefühle wurden völlig durcheinander gewürfelt. Auf der einen Seite Schock und Trauer und auf der anderen Schönheit und Vollkommenheit. 


Lasst kein Essen frei herum stehen!


Auf einmal machte mein Mann, der gerade am Steuer saß eine Vollbremsung. Die Reifen quietschten und er sagte ‚seht mal da rechts – Bisons‘. Alle Köpfe drehten sich gleichzeitig nach rechts und tatsächlich standen dort neben unserem Auto am Straßenrand zwei Bisons und fraßen gemütlich Gras. Ich mein wie krass ist das denn bitte! Wir trauten unseren Augen nicht! Schnell machten wir ein paar Fotos und Selfies und mein Mann stieg wirklich aus dem Auto und hat jetzt das ‚geilste Selfie ever‘ – er und ein Bison! Wir anderen riefen ihm zu ‚Steig wieder ein, bist du Lebensmüde‘ usw. Ein paar Minuten später kamen wir an einem Schild vorbei, auf dem stand ‚Vorsicht vor den Bisons, können gefährlich sein‘. 


Vorsicht Bison und Bären!


 

Wir fuhren bestimmt noch eine weitere Stunde durch den Nationalpark und es wurde immer kälter. Als wir unseren Campingplatz erreichten waren es nur noch 10 Grad Celsius. Brrr, keiner hatte an warme, lange Kleidung gedacht – es war ja Sommer! Nur leider nicht hier in den nächsten 3 Tagen!


Mitten in der Wildnis! Denkt an warme Kleidung und genug Essen!


Der freundliche Ranger an der Information erklärte uns, dass wir unsere Lebensmittel entweder im Auto oder in spezielle Container einschließen sollten, damit wir nachts keinen Besuch von einem Bären bekämen. In der letzten Woche, so erzählte er weiter, wurden am Rande des Campingplatzes 2 Bären gesichtet. Dass wir so direkt in der Wildnis schlafen würden, im Zelt, wurde uns erst jetzt so richtig bewusst. Da wird einem schon etwas mulmig. Da es ja jetzt schon so frisch war, kauften wir noch etwas Feuerholz und fuhren zu unserem Platz. Schnell das Zelt geworfen und ‚pop‘, Zelt fertig aufgebaut, Luftmatratzen aufgeblasen und die Schlafsäcke ausgerollt – fertig war der Schlafplatz. Wir fuhren noch zum Laden um die Ecke (15 Minuten Fahrt), in dem es aber leider kein Grillfleisch gab und der nächste Supermarkt lag doch etwas weit entfernt. Naja dann mussten wir improvisieren. Glücklicherweise hatten wir Bockwürstchen und Nudeln und Bolognese-Fix-Tüten eingepackt, für genauso einen Notfall. Das Essen schmeckte gut, auch wenn es nicht das war was wir wollten! 


Abends/Nachts nur 4 Grad Celsius


Jetzt war Zeit für Lagerfeuer! Leichter gesagt als getan. Das Holz war nass und somit war es kaum möglich damit ein Feuer zu entfachen. Alle suchten nach trockenen Ästen und Gestrüpp, umso das Holz längerfristig zu befeuern. Nach einigen Anläufen gelang es uns auch. Endlich hatten wir es einigermaßen warm. Trotzdem entschieden wir alle zusammen, dass es so keinen Zweck hatte hier zu bleiben. Wir beschlossen uns am nächsten Tag ein/zwei Sehenswürdigkeiten anzusehen und dann weiter zu fahren, da laut dem Ladeninhaber das Wetter in den nächsten 3 Tagen so bleiben sollte. Und natürlich musste es jetzt so kommen – es fing an zu regnen! So ein Mistwetter! Also räumten wir schnell noch alle Lebensmittel ins Auto und gingen ins Zelt. An Schlaf war aber kaum zu denken, da der Wind und der Regen durch den Wald fegten – war für eine Lärm und weil das noch nicht reichte, wackelte auch noch das ganze Zelt! Irgendwann schliefen wir vor Erschöpfung ein. In der Nacht ging bei dem Auto neben unserem Campingplatz die Alarmanlage an und es raschelte im Wald.