Roadtrip across the USA

Der Trip unseres Lebens!


Tag 4


 

 

Am nächsten Morgen sahen wir frische Kratzspuren an einem Baum und einen Haufen von einem großen Tier direkt neben unserem Zelt. Es könnte also durch aus möglich sein, dass wir heute Nacht Besuch von einem Bären hatten. Wir haben alles abgecheckt, aber keine Spuren an unserem Auto oder Zelt. 


Hatten wir heute Nacht etwa Besuch?


 

 

Alle waren durchgefroren, außer meinem Mann, der hatte den besten Schlafsack und konnte gut schlafen. In der Nacht hatten wir um die 4 Grad Celsius. Viel zu kalt, wenn man keinen Winterschlafsack dabei hatte. Dies bestärkte noch unsere Entscheidung heute schon weiter zu fahren. Immerhin war heute erst Tag 4 von 21 und wir wollten uns nicht erkälten und dann den Rest des Urlaubes krank sein. Wir machten uns Frühstück auf unserem Gas-Grill und wuschen das gebrauchte Geschirr ab. Anschließend packten wir unsere 7 Sachen wieder zusammen und ach ja wir konnten noch nicht mal duschen, da es nur ein Toilettenhäuschen in unserem Bereich gab. Erst als wir von dem Campingplatz runter fuhren, sahen wir ein Duschhäuschen. 


Old Faithful - Geysir


So saßen wir also stinkend und mit nassen Zelten im Auto und wollten aber wenigstens noch den weltberühmten Geysir anschauen.  Angekommen an dem Visitor-Center, kauften wir uns erstmal einen warmen Cappuccino. Es regnete schon wieder, aber Regenschirme hatten sie hier nicht zu verkaufen. Es hörte auf zu regnen und wir gingen rüber, nur ein paar Meter entfernt war die Stelle an der der Geysir, der Old-Faithful ausbrechen sollte. Auf einem Schild stand eine Uhrzeit, ich glaube es stand 10:00 Uhr, plus – minus 10 Minuten. Wir standen seit 9:45Uhr dort und warteten. Nach und nach kamen immer mehr Menschen zusammen und alle standen an den Bänken im Halbkreis und warteten auf den Ausbruch. Im Hintergrund waren Berge zu sehen und direkt vor uns qualmte es an einigen Stellen aus dem Boden. Das musste also die Stelle sein. Leider war es sehr bewölkt und so sieht man auf den Fotos und auch auf den Videos nur schlecht, das es qualmte, da weißer Hintergrund und weißer Qualm ineinander verschmolzen. Der Regen kam wieder.


Im Regen stehend auf den Ausbruch warten


 Der Geysir ließ auf sich warten und täuschte seinen Ausbruch immer nur an. Ab und zu kam mal eine kleine Fontaine heraus. Jedes Mal startete man das Video und musste es wieder abbrechen. Als er dann tatsächlich ausbrach, war die Kamera unserer Freunde leer – genau in der Sekunde als er ausbrach! Was ein Jammer! Aber unsere Kamera und alle Handys waren auf das Spektakel gerichtet. Eine ca. 3 Meter hohe Fontaine Wasser kam aus dem Boden geschossen und plätscherte zurück auf den Grund. Ungefähr 2 Minuten lang und dann war auch schon wieder alles vorbei! Irgendwie waren wir begeistert und enttäuscht zur gleichen Zeit, da wir so etwas zuvor noch nie gesehen hatten, aber irgendwie hat man sich das Ganze noch größer und lauter vorgestellt. Es sah toll aus aber womöglich hätte es noch beeindruckender ausgesehen, wenn der Hintergrund nicht weiß/bewölkt gewesen wäre sondern blau. 


Wieder eine Zufallsentdeckung!


Wir fuhren zu dem nächsten Punkt den wir uns noch anschauen wollten und hielten an einem Parkplatz, weil es hier überall qualmte. Egal wo Gewässer war, es qualmte das ist echt skurril. Aber wenn man bedenkt, dass hier ein Vulkan unter der Erde schlummert, sieht man das Ganze schon wieder mit anderen Augen. Von diesem Parkplatz aus konnte man ein paar Meter auf einem Holzgerüst spazieren gehen und was es hier zu sehen gab war fast aufregender als der Geysir. Rechts und links vom Weg gab es kleine Wasserquellen, die vor sich hin sprudelten und qualmten. 


 

 

An einer Stelle sah man wie sich das Wasser und die unmittelbare Umgebung gelbrötlich verfärbten – dies geschah wohl durch den Schwefel vom Vulkan. Mein Mann hielt seine Hand ins Wasser und auch wenn es eigentlich total logisch ist, sagte er ‚wow, das ist ja wirklich total heiß‘. Das ist wohl so wie mit der Herdplatte und den Kindern, erst wenn sie es selbst testen wissen sie mit Sicherheit, dass es auch wirklich heiß ist. 


Lower Falls - Wasserfälle


 

 

 

 

Auf unserem Weg lagen jetzt noch die auch sehr bekannten ‚Lower Falls‘. Am Besucherparkplatz angekommen musste man auch gar nicht weit laufen und konnte sie schon sehen. Ein toller Wasserfall, sehr schmal aber dafür sehr tief! Das sah total schön aus! Es gab drei Overlooks – Aussichtspunkte, die man bequem zu Fuß erreichte. Für die ‚Upper Falls‘ hätte man sehr viel weiter wandern müssen. Deshalb haben wir die ausgelassen und uns mit den Lower Falls zufrieden gegeben. 


Canyon des Yellowstone National Parks


 

 

Zufällig auf der Route, lag noch der ‚Canyon des Yellowstone Nationalparks‘. Da die drei keine Lust mehr hatten und allen einfach nur kalt war, war ich alleine an dem Punkt. Ich wollte mir das nicht entgehen lassen, konnte die anderen aber auch verstehen! Es lohnt sich auf jeden Fall und es ist auch nicht weit von dem Parkplatz entfernt! Wie der Name schon sagt, handelt es sich um einen Canyon. Diese Schlucht sah aus wie gemalt in Sand- und Rottönen. Einfach schön!


Der Park ist riesig!


 

 

Wenn man so durch den Park fuhr und die traumhafte Landschaft bewunderte, sah man weite Wiesen, wilden Wald und einen riesigen See – könnte fast ein Meer sein, und die Gletscherberge im Hintergrund! Ja, es ist genau so schön wie es sich anhört! Wir sahen auf dem Weg Richtung Südausgang noch ein paar Bisonherden. Unser Besuch im Yellowstone Nationalpark war also kurz, kalt und nass aber trotzdem schön!


Heute 'nur' 5 Stunden Auto fahren!


Wir fuhren weiter durch Berg und Tal und irgendwo im nirgendwo auf einem Berg, ganz weit oben, ließen wir unsere Drohne fliegen und machten tolle Landschaftsaufnahmen aus einigen Höhenmetern Entfernung! Da die letzte Nacht so kalt war und wir alle relativ schlechte Laune hatten, entschieden wir uns dafür heute Nacht in einem Hotel zu übernachten und nur 5 Autostunden zu fahren. Inzwischen waren wir aus Wyoming raus, ein kleines Stück durch Idaho und jetzt im Bundesstaat Utah gelandet. Wieder arbeiteten wir weiter an unserem Scrapbook, für den Yellowstone Nationalpark vom Vortag beklebten wir zwei Seiten. 


Hello Salt Lake City! Hello warmes Hotel!


Wir schafften es bis spät am Abend in Salt Lake City zu sein. Es war schon dunkel und wir waren kaputt von der Fahrt und der letzten Nacht. Das Hotel war super! Wir hatten wieder Internet und ein warmes gemütliches Bett. Wir überlegten uns eine Aktivität für den nächsten Tag und verzogen uns aufs Zimmer. Der Blick aus dem Hotelzimmer war toll auch in der Dunkelheit! Wie die Lichter der Stadt funkeln. Herrlich! Was guter Schlaf so alles ausmacht!